FFP Atemschutzmasken Ratgeber

Seit dem Frühjahr 2020 sind FFP Atemschutzmasken in aller Munde und haben im Zusammenhang mit der Corona Krise eine bisher ungekannte Berühmtheit erreicht. Dabei gehören die Produkte im Rahmen der persönlichen Schutzausrüstung für viele Arbeitnehmer oder Hobby-Handwerker schon immer zum Alltag dazu. Doch was bedeutet FFP überhaupt? In welchen Situationen benötigt man eine solche Atemschutzmaske? Und warum gibt es FFP1, FFP2 und FFP3 Masken und welche ist dann für wen die Richtige? Das alles klären wir in diesem Beitrag.

Inhalte dieses Beitrags:

Was ist eine FFP Atemschutzmaske
Wer braucht eine FFP Atemschutzmaske
Die FFP Atemschutzmasken Klassen
- FFP1 Atemschutzmasken
- FFP2 Atemschutzmasken
- FFP3 Atemschutzmasken
Fazit

 

Was ist eine FFP Atemschutzmaske

Beginnen wir mit einer Begriffsklärung. Die Bezeichnung FFP ist eine Abkürzung und steht für „Filtering Face Piece“ was wortwörtlich übersetzt „Filterndes Gesichts-Stück“ bedeutet. FFP Atemschutzmasken gehören zur Gruppe der partikelfilternden Masken und schützen den Träger vor Partikeln und Aerosolen bis zu einer Größe von 0,6 μm in der Atemluft. Als Halbmasken umschließen sie die Nase, den Mund und das Kinn, unterhalb dessen die sogenannte Dichtlinie verläuft. Eine geläufige alternative Bezeichnung ist Feinstaubmaske. Sie werden abhängig von der Gesamtleckage und der Filterleistung in drei Klassen unterteilt – FFP1, FFP2 sowie FFP3 - und schützen je nachdem vor unterschiedlichen Schadstoffen wie beispielsweise Zement, Gips, Pollen, giftigen Stäuben, Schimmelsporen aber auch Viren oder Bakterien. Die Qualität von FFP Atemschutzmasken wird europaweit einheitlich in der europäischen Norm EN 149 geregelt. Derzeit kursieren auch viele Produkte mit Bezeichnungen wie KN95 oder N95 am Markt, die optisch den hier vorgestellten FFP Atemmasken gleichen. Tatsächlich handelt es sich um ähnliche Modelle, die jedoch aus anderer Herstellung stammen (KN95 = China; N95 = USA) und daher nicht unmittelbar zu vergleichen sind. Wir raten daher aus Sicherheitsgründen dringend dazu, wenn möglich auf eine FFP Maske zurückzugreifen.

 

FFP Masken Faktenbox

Begriffsklärung: FFP = Filtering Face Piece
Maskentyp: Halbmaske, umschließt Nase, Mund, Kinn
Einsatz: Schutz des Trägers vor Partikeln und Aerosolen bis zu einer Größe von 0,6 μm
Varianten:  3 Klassen abhängig von der Gesamtleckage und Filterleistung (FFP1, FFP2, FFP3)

 

Wer braucht eine FFP Atemschutzmaske

Schauen wir uns an, in welcher Situation das Tragen einer FFP Atemschutzmaske notwendig ist. Zur Erinnerung: FFP Masken kommen zum Schutz des Trägers gegen Partikel und Aerosole in der Atemluft zum Einsatz wie Stäube, Fasern, Rauche, Mikroorganismen oder Nebel. Pauschal gesagt sollte somit jeder eine solche Maske tragen, der in seiner Umgebung derartigen Schadstoffen ausgesetzt ist. Zur Sicherheit noch ein wichtiger Hinweis an dieser Stelle: FFP Atemschutzmasken schützen den Träger nicht vor Gasen oder Dämpfen in der Atemluft, hier ist der Einsatz einer speziellen Gasmaske erforderlich!

Aber woher weiß man nun, ob in der Atemluft Partikel oder Aerosole zirkulieren oder nicht? Vorweg genommen:  Wir werden später in diesem Beitrag möglichst viele Beispiele für die einzelnen FFP Klassen machen, so dass gerade Hobby-Handwerker und Heimwerker anhand unserer Aufstellung relativ sicher entscheiden können, ob sie eine FFP Maske benötigen und wenn ja mit welcher Filterleistung. Grundsätzlich gilt allerdings, dass nur eine Analyse der Atemluft am Einsatzort und die daraus resultierende Bestimmung des Verhältnisses zum Arbeitsplatzgrenzwertes (AWG) eine 100%ige Sicherheit bietet. Zum besseren Verständnis eine kurze Erläuterung.


Exkurs: Arbeitsplatzgrenzwert (AWG)
Der Arbeitsplatzgrenzwert legt die maximal zulässige Konzentration von Schadstoffen in der Atemluft fest, die trotz täglichem Kontakt keine gesundheitlichen Schäden auslöst. Definiert wird er in nationaler Zuständigkeit in zwei Regelwerken: Der TRGS 900 (Arbeitsplatzgrenzwerte), wenn es sich um einen Gefahrstoff handelt sowie der TGRS 402 (Ermitteln und Beurteilen der Gefährdung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition) wenn es sich um ein Gemisch aus zwei oder mehr Schadstoffen handelt. In Deutschland fällt die Erstellung dieser Richtlinien unter die Zuständigkeit des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Der Arbeitgeber hat die Pflicht, den AWG im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung für jeden Arbeitsplatz durch eine entsprechende Analyse der Atemluft zu bestimmen oder durch eine entsprechend qualifizierte Person ermitteln zu lassen. Zudem muss auch die Sauerstoffkonzentration in der Umgebungsluft gemessen werden. Diese muss in Deutschland mindestens bei 17% liegen. Wird dieser Wert nicht erreicht, ist das Tragen einer Atemschutzmaske ohne separate Sauerstoffversorgung untersagt. Übrigens könnte die Analyse auch ergeben, dass das Tragen einer FFP Schutzmaske nicht ausreichend ist, wenn beispielsweise ein Gemisch aus gas- und partikelförmigen Stoffen vorliegt. In diesem Fall wäre eine Maske mit einem Kombinationsfilter notwendig. Wer mehr zu den verschiedenen Masken-Typen, Filtern und die Bestimmung der Einsatzmöglichkeiten erfahren will, dem empfehlen wir unser Infoseite unter unserer Shop Kategorie Atemschutzmasken. In diesem Beitrag fokussieren wir uns ausschließlich auf die FFP Masken.

Fassen wir also nochmals zusammen:
Ob eine FFP Atemschutzmaske getragen werden muss bzw. kann und wenn ja aus welcher Klasse (FFP1, FFP2 oder FFP3) wird im Rahmen der Analyse der Atemluft festgestellt. Die ermittelte Schadstoffkonzentration wird mit dem in der TRGS 900 oder TGRS 402 definierten Arbeitsplatzgrenzwert ins Verhältnis gesetzt.

 

Die FFP Atemschutzmasken Klassen

Kommen wir nun zu den drei Klassen. FFP Atemschutzmasken werden ihrer Effizienz entsprechend in die Klassen FFP1, FFP2 und FFP3 unterteilt. Für die Klassifizierung werden drei Werte herangezogen: Die maximale Gesamtleckage (in Prozent), die maximal zulässige Überschreitung des Arbeitsplatzgrenzwertes sowie die mindeste Filterleistung (in Prozent). Alle Angaben beziehen sich auf Partikel und Aersole bis zu einer Größe von 0,6 μm. Die folgende Tabelle gibt einen ersten Überblick, wir gehen anschließend aber noch detailliert auf jede Klasse einzeln ein.


FFP Atemschutzmasken Klassen

  FFP1 FFP2 FFP3
Gesamtleckage max. 25% 11% 5%
Gesamtleckage mittel 22% 8% 2%
Überschreitung AWG 4-fach 10-fach 30-fach
Filterlestung min.
80% 94% 99,5%
Schutz vor ungiftigen und nicht-fibrogenen Partikeln giftigen, fibrogenen gesundheitsschädlichen Partikeln giftigen, fibrogenen gesundheitsschädlichen Partikeln, Rauch und Aerosolen
Gesundheitsgefahr       
 Kurzfristige Reizung der Atemwege, Geruchsbelästigung Kurzfristige Reizung der Atemwege, Geruchsbelästigung, langfristige Schädigung des Lungengewebes  Kurzfristige Reizung der Atemwege, Geruchsbelästigung, langfristige schwere Schädigung des Lungengewebes, aktue Gesundheitsgefahr


Der Tabelle zeigt deutlich auf, wie wichtig die Bestimmung der Schadstoffkonzentration am Einsatzort und die daraus resultierende Wahl der richtigen FFP Atemschutzmaske ist. Bei einer Fehlentscheidung können die gesundheitlichen Folgen unumkehrbar sein. Leider hat das auch die Corona Krise im Frühjahr 2020 gezeigt, als besonders zu Beginn der Pandemie geeignete Schutzausrüstung für das medizinische Personal knapp war und viele Pfleger und Ärzte sich mit nicht geeignetem Material behelfen mussten. Die Folge war eine große Anzahl an Infizierten unter diesen Personen. Um gerade Hobby-Handwerkern und Heimwerkern noch einen besseren Überblick über die Eignung der FFP1, FFP2 und FFP3 Atemmasken zu geben, gehen wir daher jetzt nochmals auf jede Klasse einzeln ein.

 

FFP1 Atemschutzmasken

FFP1 AtemschutzmaskenFFP1 Atemschutzmasken filtern mindestens 80 % der sich in der Luft befindlichen Partikel und werden vor allem im Handwerk, Baugewerbe oder in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt. Grundsätzlich eignen sie sich für Umgebungen, in denen sich weder giftige noch fibrogene Partikel oder Aerosole in der Atemluft befinden. Sie schützen den Träger vor Atemwegsreizungen und Geruchsbelästigungen, welche aber nicht zur Entwicklung von Krankheiten führen würden. Die Gesamtleckage der Masken darf höchsten 25% und im Mittel nicht höher als 22% sein. Die Messwerte der ungiftigen Stäube in der Atemluft am Einsatzort dürfen den Arbeitsplatzgrenzwert maximal um das 4-fach überschreiten. Beispiele für die entsprechenden Stoffe oder Tätigkeiten können der folgenden Übersicht entnommen werden.

 

FFP1 Atemschutzmasken Datenblatt

Gesamtleckage max. 25%
Gesamtleckage mittel 22%
Überschreitung AWG 4-fach
Filterleistung 80%
Schutz vor ungiftigen und nicht-fibrogenen Stäuben wie Zellstoff, Zement, Gips, Pollen, Kalkstein, Zucker 
Geeignet für den Einsatz
bei folgenden Tätigkeiten: 
- Nahrungsmittelindustrie
- Kehren von Böden
- Landwirtschaft (Umgang mit Heu, Getreide, Mehl)
- Reinigungsarbeiten mit auftretendem Staub
- Pollen- oder Hausstauballergie
- Handwerkliche Arbeiten wie Hobeln, Schleifen, Schneiden, Bohren von Beton, Mauerwerk, Eisen, Rost 

 

FFP2 Atemschutzmasken

FFP2 AtemschutzmaskenFFP2 Atemschutzmasken haben eine bereits deutlich höhere Effizienz als die Produkte aus der niedrigsten Klasse und können 94% der Partikel mit einer Größe von bis zu 0,6 μm auffangen. Sie schützen den Träger vor giftigen und fibrogenen festen und flüssigen Partikeln bzw. Aerosolen in der Atemluft, die bei kurzfristigem Kontakt zu einer Reizung der Atemwege und bei längerem Kontakt zu abnehmender Elastizität des Lungengewebes und weiterer Schädigung der Atemwege führen können. Die Schadstoffe werden daher nicht nur als reizend, sondern auch als gesundheitsschädlich und erbgutverändernd eingeordnet. Der Arbeitsplatzgrenzwert darf bei der Nutzung einer FFP 2 Atemmaske nicht weiter als um das 10-fache überschritten werden, die Gesamtleckage der Produkte darf maximal bei 11% und ihre Mittelwerte nicht über 8% liegen. Typische Einsatzorte für FFP 2 Masken sind die Metallindustrie oder der Bergbau. Hier kommen die Arbeiter tagtäglich für mehrere Stunden mit Partikeln und Aerosolen in Verbindung, die auf lange Sicht gesehen das Risiko für die Entstehung von Atemwegserkrankungen deutlich erhöhen. Die Folgen können beispielsweise Lungenkrebs oder eine aktive Lungentuberkulose sein.

 

FFP2 Atemschutzmasken Datenblatt

Gesamtleckage max. 11%
Gesamtleckage mittel 8%
Überschreitung AWG 10-fach
Filterleistung 94%
Schutz vor Giftigen, fibrogenen Stäuben, Rauch und Aerosolen sowie vor luftübertragbaren Infektionserregern  wie Kalziumoxid, Betonstaub, Granit, Silikon, Natrium, Zinkoxidrauch, Bakterien (Risikogruppe 2)
Geeignet für den Einsatz
bei folgenden Tätigkeiten: 
- Schleifen, Schneiden, Bohren von Zement, Weichholz, Stahl, Farben, Lacken, Rost, Metallen, Kunststoffen
- Zementarbeiten, Verputzen, Fliesenlegen, Dachdecken
- Schneiden, Bohren oder Abbruch von Mauerwerk
- Dachisolierung
- Schweißarbeiten mit Baustahl und Zink
- Müllsortierung und Beseitigung
- Arbeiten im Bergbau
- Kontakt mit Schimmel oder Bakterien der Risikogruppe 2
- Bei starken Allergien gegen Pollen, Hausstaub oder Tierhaare

 

FFP3 Atemschutzmasken

FFP3 AtemschutzmaskenMit den FFP3 Atemschutzmasken befinden wir uns in der höchsten Filterklasse und somit gleichzeitig beim Umgang mit den gefährlichsten Schadstoffen. Daher sind die Anforderungen an die Effizienz dieser Produktgruppe vergleichsweise hoch.  FFP3 Masken müssen 99,5% der Partikel bis zu einer Größe von bis zu 0,6 μm abhalten und dürfen eine Gesamtleckage von maximal 5% aufweisen. Im Mittelwert darf diese 2% nicht überschreiten. Die Schadstoffkonzentration am Einsatzort darf den Arbeitsplatzgrenzwert nicht weiter als um das 30-fache überschreiten. Atemmasken dieser Klasse sind in der Lage, giftige, gesundheitsschädliche (krebserregend, radioaktiv) Stäube, Aerosole und Rauch aufzufangen. Dazu zählen auch luftübertragbare Infektionserreger wie Viren, Bakterien und Pilzsporen. Typische Einsatzorte sind neben der chemischen Industrie auch das Gesundheitswesen oder die Labor- und Forschungsarbeit.

 

FFP3 Atemschutzmasken Datenblatt

Gesamtleckage max. 5%
Gesamtleckage mittel 2%
Überschreitung AWG 30-fach
Filterleistung 99,5%
Schutz vor Giftigen, gesundheitsschädlichen (krebserregenden) Stäuben, Rauch und Aerosolen sowie vor luftübertragbaren Infektionserregen wie Chrom, Kobalt, Nickel, Betonstaub, Asbest, Viren, Bakterien
Geeignet für den Einsatz
bei folgenden Tätigkeiten: 
- Schleifen, Schneiden, Bohren von hochlegiertem Stahl oder Hartholz
- Abschleifen oder Abbürsten von chrom-/kupfer-/arsenhaltigen Farbanstrichen
- Arbeiten mit Asbest, Dieselruß oder Dieselrauch
- Schweißarbeiten mit Edelstahl, Hartlöten
- Chemische Industrie
- Entsorgung medizinischer Abfälle oder radioaktiv kontaminierter Stäube
- Kontakt mit Legionellen, Infektionen sowie Viren oder Bakterien der Risikogruppe 3

 

Ein Hinweis an dieser Stelle nochmals zum Thema Corona Virus:
Das Robert Koch Institut empfiehlt für den Umgang mit verdächtigen oder bestätigten Infektionsfällen im Rahmen der persönlichen Schutzausrüstung bestehend aus Schutzkittel, Einweghandschuhen, Atemschutz und Schutzbrille den Einsatz einer Maske aus der Klasse FFP2. Der weit geläufige Mund-Nasen-Schutz wie beispielsweise Alltagsmasken aus Baumwolle oder die typischen OP Masken bieten keinen ausreichenden Schutz gegen eine Übertragung des Covid-19 auslösenden SARS-CoV-2 Erregers. Diese dienen als Schutz für die Umgebung, nicht für den Träger selbst. Wir haben die Corona Viren bei unserer Aufstellung oben nicht explizit erwähnt um Missverständnissen vorzubeugen, da die meisten Hersteller von FFP Atemmasken ihre Produkte der mittleren Schutzklasse nicht für den Einsatz im Umgang mit Viren empfehlen, sondern hier zur höheren Schutzklasse 3 raten.

 

Fazit

Der Beitrag zeigt: FFP Atemschutzmasken sind für den Träger ein wichtiger Schutz gegen reizende aber auch gesundheitsschädliche Schadstoffe in der Atemluft und können lebensverlängernd und lebensrettend sein. Aus diesem Grund ist eine sorgfältige Umgebungsanalyse am Einsatzort und die daraus resultierende Wahl der richtigen FFP Klasse FFP1, FFP2 oder FFP3 unabdingbar. Ebenso ist es wichtig, beim Kauf auf eine Zertifizierung der Schutzmaske nach der europäischen Norm EN 149 zu achten, um Qualitätsmängel ausschließen zu können. Wir empfehlen den Griff zu einem Produkt aus den Händen eines Markenherstellers wie beispielsweise 3M, Moldex, Ekastu Safety oder JPS. Diese und weitere gibt es online in unserem Atemschutzmasken Sortiment in unserem Shop. Bei Rückfragen zu den FFP Atemschutzmasken freut sich unser Fachberater-Team über eine Email oder einen Anruf und steht gerne unverbindlich und kostenfrei für eine Korrespondenz zur Verfügung.

 


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