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Bautrocknung im Winter: So kombinieren Sie Heizgeräte und Luftentfeuchter richtig

Auf winterlichen Baustellen stoßen Handwerker und Bauunternehmen schnell an ihre Grenzen: Es ist kalt, feucht und alles dauert länger als geplant. Estrich, Putz und Mauerwerk trocknen bei niedrigen Temperaturen viel langsamer. Was im Sommer in ein paar Wochen erledigt ist, kann im Winter mehrere Monate in Anspruch nehmen. Die Folge: Bauzeiten verschieben sich, Kosten steigen und im schlimmsten Fall leidet die Bausubstanz. Schimmelbildung, Schäden am Estrich und Bauverzug sind typische Risiken.

Genau hier kommt die richtige Kombination aus Heizgeräten und Luftentfeuchtern ins Spiel. Doch wie setzt man diese Geräte sinnvoll ein? Welche Temperatur sollte auf der Baustelle herrschen, damit die Trocknung effizient läuft? Und welche typischen Fehler führen dazu, dass trotz Heizen und Entfeuchten kaum Fortschritte sichtbar sind?

In diesem Ratgeber erhalten Sie eine praxisorientierte Anleitung mit klaren Richtwerten, Schritt-für-Schritt-Empfehlungen und einer Beispielrechnung. So wissen Sie genau, worauf es ankommt, und können Ihre Winterbaustelle so organisieren, dass sie trotz Kälte termingerecht und fachgerecht fertig wird.

 

Inhaltsverzeichnis

- Niedrige Temperaturen und ihr Einfluss auf die Trocknungsgeschwindigkeit
- Kälte & Feuchtigkeit im Rohbau
- Risiken bei unzureichender Trocknung
- Luftentfeuchter bei Kälte: Kondensationstrockner versus Adsorptionstrockner
- Warum Kondensationstrockner und Heizgerät statt Adsorptionstrockner?
- Warum ein Heizgerät ohne Luftentfeuchter nicht ausreicht
In die Praxis: Das passende Heiz- und Trocknungskonzept für Winterbaustellen
- Ab welcher Temperatur wird auf der Baustelle geheizt?
- Schritt-für-Schritt: So kombinieren Sie Heizgeräte und Luftentfeuchter richtig
- Welche Heizgeräte-Luftentfeuchter Geräte-Kombinationen funktionieren am besten?
- Passendes Zubehör für den Einsatz von Heizgeräten und Luftentfeuchtern im Winter
- Passendes Praxis-Fallbeispiel: 120 m² Neubau im Januar
- Kostenrechner
- Die 7 häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden
- Checkliste: Bautrocknung im Winter optimal durchführen
Fazit: Zuverlässige Bautrocknung im Winter mit der richtigen Geräte-Kombination
FAQ: Häufige Fragen zur Winter-Bautrocknung

 

Warum Heizgeräte und Luftentfeuchter im Winter zusammengehören

Niedrige Temperaturen und ihr Einfluss auf die Trocknungsgeschwindigkeit

Wie schnell ein Bau trocknet, hängt nicht nur von der eingesetzten Technik ab, sondern ganz wesentlich von der Temperatur der Luft. Der Grund ist einfach: Warme Luft kann deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte.

Zur besseren Einordnung ein paar Richtwerte:

  • Bei 5 °C kann ein Kubikmeter Luft maximal etwa 7 g Wasser aufnehmen
  • Bei 10 °C sind es bereits 9 g Wasser
  • Bei 20 °C steigt die Kapazität auf 17 g Wasser
  • Bei 25 °C können es schon 23 g Wasser sein.

Das bedeutet in der Praxis:
Bei 20 °C kann die Luft mehr als doppelt so viel Feuchtigkeit transportieren wie bei 10 °C. Ein Luftentfeuchter arbeitet bei warmer Luft also deutlich effizienter, weil mehr Feuchtigkeit aus den Baumaterialien verdunstet und von der Luft aufgenommen werden kann.

Die Empfehlung der Fachleute lautet daher, für eine effiziente Trocknung Raumtemperaturen von mindestens 15 °C, idealerweise 15–22 °C anzustreben. Allerdings werden diese Temperaturen besonders im Herbst und Winter auf Baustellen selten erreicht. Das gilt insbesondere, wenn

  • die Gebäudetechnik (Heizung) noch nicht in Betrieb ist
  • Fenster / Türen noch nicht vollständig montiert oder abgedichtet sind
  • große, unbeheizte Volumina (Hallen, Keller, Rohbauten) zu trocknen sind.

Folge davon ist, dass Luftentfeuchter zwar laufen, allerdings nur einen Bruchteil der möglichen Entfeuchtungsleistung erzielen.

 

Praxis-Beispiel:
Ein Rohbau mit 100 m² bei 8 °C Innentemperatur und einem Kondensationstrockner mit 50 l/Tag Nennleistung schafft real oft nur 15–20 l/Tag, weil die kalte Luft kaum Feuchtigkeit aufnimmt. Wird der Raum auf 18–20 °C beheizt, steigt die tatsächliche Entfeuchtungsleistung auf 35–45 l/Tag – bei gleichem Gerät.

 

Kälte & Feuchtigkeit im Rohbau

Frischer Estrich, Innenputz und Beton enthalten große Wassermengen. Ohne technische Trocknung dauert es häufig Wochen bis Monate bis zur Ausgleichsfeuchte.

Hinzu kommt:

  • Moderne Bauteile (z. B. Calciumsulfat-Fließestrich) enthalten teilweise mehr Anmachwasser als konventionelle Estriche und brauchen daher länger zum Austrocknen.
  • Dichte Gebäudehüllen mit guter Dämmung reduzieren zwar Wärmeverluste, können aber Feuchte „einsperren“, wenn nicht gezielt entfeuchtet und gelüftet wird.

In der Praxis heißt das, dass im Winter hohe Baufeuchte und niedrige Temperaturen zusammentreffen. Die Lösung liegt in der koordinierten Kombination aus Heizen, Entfeuchten und Luftführung. Denn stimmt das technische Set-Up nicht, läuft der Luftentfeuchter und um die Uhr, die Feuchtigkeit geht aber kaum runter. Die Luft muss zunächst erwärmt werden, bevor die Entfeuchtung effizient ablaufen kann, denn je höher die Lufttemperatur, desto mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen, bevor Kondensation einsetzt. Im Baualltag bedeutet das:

  • Erwärmen des Raums:
    Luft nimmt Feuchte aus Bauteilen auf
  • Entfeuchten:
    Luftentfeuchter entziehen der Luft dieses Wasser und führen es als Kondensat ab bzw. blasen feuchte Luft nach außen (Adsorption).

 

Risiken bei unzureichender Trocknung

Wenn ein Gebäude nicht ausreichend austrocknet und die Restfeuchte im Bauwerk zu hoch bleibt, kann das kostspielige und schwerwiegende Konsequenzen haben:

  • Schimmelbildung auf Oberflächen (z. B. Gipskarton, Tapeten, Möbel, Dämmung)
  • Rissbildung im Estrich, wenn dieser ungleichmäßig oder zu schnell/zu langsam trocknet
  • Verformung von Holzbauteilen (Parkett, Türen, Zargen)
  • Verzögerte Folgegewerke, beispielsweise Bodenbelagsarbeiten, Malerarbeiten, Einbau von Einbauten
  • Erhöhtes Risiko für Mängel und Haftungsfragen bei Bauherren und ausführenden Unternehmen.

Gerade in der kalten Jahreszeit ist es deshalb sinnvoll, die Bautrocknung nicht dem Zufall zu überlassen. Statt auf eine „natürliche Trocknung“ zu hoffen, sollte der Trocknungsprozess aktiv geplant, technisch unterstützt (Heizen und Entfeuchten) und regelmäßig kontrolliert werden, zum Beispiel durch Feuchtemessungen und dokumentierte Trocknungsverläufe.

 

Luftentfeuchter bei Kälte: Kondensationstrockner versus Adsorptionstrockner

Kondensationstrockner bei Kälte: Warum sie an ihre Grenzen stoßen

Kondensationstrockner funktionieren nach dem Kühlschrankprinzip:

  1. Feuchte Luft wird angesaugt.
  2. Sie strömt über ein kaltes Register / Lamellen.
  3. Wasser kondensiert und tropft in einen Behälter oder wird über Schlauch abgeführt.
  4. Die getrocknete Luft wird an den Raum zurückgegeben.


Das Problem ist, dass das Gerät bestimmt Voraussetzungen benötigt, damit dieser Prozess effizient funkioniert. Wir sprechen hier von

  • einer ausreichende Temperaturdifferenz zwischen Luft und Kälteregister und
  • einer Raumtemperatur deutlich über dem Gefrierpunk, idealerweise deutlich über 10° C, optimal sind 15°C aufwärts.

Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, geraten Kondensationstrockner im Winter schnell an ihre Grenzen. Die Register vereisen, das Gerät muss ständig abtauen oder liefert nur noch einen Bruchteil der angegebenen Leistung. Die zu niedrigen Temperaturen haben entsprechende Folgen.

  • Häufiges Abtauen erforderlich (Gerät steht still)
  • Stark reduzierte Entfeuchtungsleistung
  • Längere Trocknungszeiten
  • Höherer Energieverbrauch bei geringerer Effizienz


Fazit:
Ohne ausreichende Beheizung arbeitet ein Kondensationstrockner auf Winterbaustellen ineffizient oder gar nicht. Die Kombination mit einem Heizgerät ist daher keine Option, sondern Notwendigkeit.

 

Wann Adsorptionstrockner sinnvoll sind

Eine Alternative zu Kondensationstrockner sind Adsorptionstrockner. Diese Geräte arbeiten mit einem Trockenmittel (z. B. Silikagel-Rotor), das Feuchte bindet und anschließend thermisch regeneriert wird. Sie haben im Vergleich diverse Vorteile.

 

Produktbild haken gruen

Die Vorteile von Adsorptionstrockner

  • Adsorptionstrockner funktionieren zuverlässig auch bei niedrigen Temperaturen bis nahe 0 °C oder darunter.
  • Adsorptionstrockner können sehr niedrige relative Luftfeuchten erreichen.
  • Adsorptionstrockner sind besonders geeignet für Winterbaustellen, ungeheizte Keller oder kalte Lagerhallen.

 

Adsorptionstrockner bieten eine zuverlässige Lösung zur Feuchtigkeitsbekämpfung, mit typischen Entfeuchtungsleistungen von 8 bis über 400 Litern Wasser pro Tag in Abhängigkeit von Modell, Einsatzort und Bedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit (z. B. 20 °C / 60% r.F.).​

Adsorptionstrockner Leistungsübersicht

Gerätetyp Entfeuchtungsleistung Einsatzbereich Besonderheiten
Mobile Kleingeräte 8–20 Liter/Tag Kleine Räume, Kellerräume oder Garagen Für punktuelle Einsätze und kleinere Volumina geeignet
Industrie- und Bautrockner 50–180 Liter/Tag, bis 400+ Liter/Tag für große Hallen Rohbauten, große Räume, Hallen, gewerbliche Anwendungen Effizient auch bei niedrigen Temperaturen bis ca. –15 °C einsetzbar


Der Stromverbrauch reicht von unter 1 kW (kleine Modelle) bis mehrere kW bei High-End-Geräten. Eine Faustregel für Bautrocknung lautet: Ca. 0,25 Liter pro Quadratmeter pro Tag. So trocknen Sie wirtschaftlich und schnell. 

 

Warum Kondensationstrockner und Heizgerät statt Adsorptionstrockner?

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum wir für Winterbaustellen eine Kombination von Luftentfeuchter und Heizgerät empfehlen, obwohl es Adsorptionstrockner gibt, die auch bei Minusgraden effizient arbeiten. Die Antwort liegt in der Qualitätssicherung für Ihr Gebäude.

Baufeuchte Materialien wie frischer Estrich, Putz oder Beton benötigen für ihre chemische Aushärtung zwingend Wärme (mindestens +5 °C, besser mehr). Würde man diese Materialien bei Kälte einfach nur trocknen, ohne sie zu heizen, würde der Aushärtungsprozess stoppen. Das Material würde sozusagen verdursten statt fest zu werden, was später zu Rissen und Schäden führen kann. Für verschiedene Gewerke und Bauprozesse sind mindestens 15 °C, oftmals sogar 18–20 °C notwendig, um eine fachgerechte Arbeit gewährleisten zu können.

Die Baustelle muss also ohnehin schon auf materialschonende Temperaturen (ca. +10 °C bis +15 °C) aufgeheizt werden. Sobald diese Wärme vorhanden ist, arbeiten Kondensationstrockner am effizientesten. Es gibt einen entscheidenden Zusatznutzen. Die wertvolle Wärme bleibt im Gebäude, während reine Kältetrockner mit Adsorptionstechnik die teuer erwärmte Luft nach draußen blasen müssten. Eine Kombi-Lösung ist daher der sicherste und auch energetisch sinnvollste Weg für Ihren Neubau im Winter.

Die folgende Übersicht zeigt Ihnen auf einen Blick, warum die Kombination aus Heizung und Kondensationstrockner die Standardlösung für den Neubau ist:

Übersicht: Die Trocknungsverfahren im Winter im Vergleich

Vergleichskriterium

Unsere Lösung: Heizung + Kondensationstrockner (Geschlossenes System)

Die Alternative: Adsorptionstrockner bei Kälte (Offenes System)

Sicherheit für Baumaterial (Estrich, Putz, Beton)

Optimal.
Das Material bekommt die notwendige Wärme, um korrekt auszuhärten, während überschüssiges Wasser entzogen wird.

Risikoreich.
Bei Temperaturen unter 5°C stoppt der Abbindeprozess. Es drohen Gefügeschäden ("Verdursten" des Estrichs).

Energie & Wärme

Wärme-Recycling.
Die eingesetzte Heizenergie bleibt im Gebäude. Die Abwärme der Trockner heizt zusätzlich mit.

Wärmeverlust.
Der Trockner muss feuchte Luft über einen Schlauch nach draußen blasen. Dabei geht permanent wertvolle Wärme verloren.

Effektivität der Trocknung

Hoch.
Warme Luft nimmt Feuchtigkeit viel besser auf, und Wärme treibt die Nässe schneller aus den Wänden.

Verlangsamt.
Aus kalten Bauteilen kriecht die Feuchtigkeit nur sehr langsam an die Oberfläche.

Typischer Einsatz

Der Standard für Neubautrocknung und Wasserschäden im Wohnbereich.

Speziallösung für unbeheizte Rohbauten, Tiefkühlzellen oder Hohlraumtrocknungen.

 

Warum ein Heizgerät ohne Luftentfeuchter nicht ausreicht

Eventuell kommt Ihnen jetzt der Gedanke, statt einer Kombination aus Heizgerät und Luftentfeuchter einfach nur auf den Einsatz eines leistungsstarken Bauheizers zu setzen. Das ist jedoch ein Trugschluss. Heizen allein löst zwar die Feuchtigkeit aus der Wand in die Luft (die relative Luftfeuchte sinkt), aber das Wasser ist immer noch im Raum. Sobald Sie die Heizung abstellen und der Raum auskühlt, kondensiert das Wasser wieder an den kältesten Stellen (Wärmebrücken, Fensterstürze). Sie haben das Wasser nur umverteilt, aber nicht entfernt.

Die Formel für den Erfolg lautet daher:
Wärme (löst Feuchtigkeit) + Entfeuchter (entfernt Feuchtigkeit) + Luftbewegung (beschleunigt Prozess)


Heizen allein
:

  • erhöht die Lufttemperatur d.h. die Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen
  • führt diese Feuchtigkeit aber nicht automatisch ab, wenn nicht entfeuchtet oder konsequent gelüftet wird
  • erhöht bei fehlender Entfeuchtung mitunter sogar die relative Luftfeuchtigkeit in Bauteilnähe, wenn warm-feuchte Luft an kalten Bauteilen kondensiert (z. B. Fenster, Außenwände).


Entfeuchter allein bei Kälte
:

  • entziehen zwar Feuchte,
  • stoßen aber schnell an ihre Grenzen, wenn die Umgebungstemperatur zu niedrig ist (bei Kondensationstrocknern) oder die Baufeuchte sehr hoch ist.

Produktbild pfeil fazit

Die effizienteste Lösung ist deshalb immer die Kombination aus:

  • kontrolliertem Heizen
  • kontrollierter Entfeuchtung
  • gezielter Luftführung und Stoßlüftung (nicht Dauer-Kipplüftung)

 

In die Praxis: Das passende Heiz- und Trocknungskonzept für Winterbaustellen

Ab welcher Temperatur wird auf der Baustelle geheizt?

Die entscheidende Frage lautet: Ab wann muss ich heizen, damit die Bautrocknung funktioniert? Die Antwort richtet sich neben der Sicherheit für die Bausubstanz vor allem nach den optimalen Temperaturbereichen für ein effizientes Arbeiten von Kondensationstrocknern.

Temperatur-Grenzwerte für Kondensationstrockner

Raumtemperatur  

Empfehlung

Begründung

Unter 5 °C

Heizen zwingend erforderlich

Kondensationstrockner arbeiten nicht oder vereisen sofort

5–10 °C

Heizen dringend empfohlen

Stark reduzierte Leistung, lange Trocknungszeiten, Vereisungsgefahr

10–15 °C

Heizen sinnvoll

Deutlich schnellere Trocknung durch Temperaturerhöhung

Über 15 °C

Heizen optional

Kondensationstrockner arbeiten effizient; Heizen beschleunigt weiter


Zieltemperatur für optimale Trocknung

Die von Fachleuchten empfohlene Raumtemperatur zur Trocknung auf einer Baustelle liegt bei 18–22 °C. Dieser Bereich bietet das beste Verhältnis aus:

  • Hoher Verdunstung aus Baumaterialien
  • Effizienter Luftentfeuchter-Leistung
  • Vertretbaren Heizkosten
  • Vermeidung von Materialschäden (keine Überhitzung)

Wichtig: Die Temperatur sollte möglichst konstant gehalten werden. Starke Schwankungen (z. B. nachts abkühlen lassen) verlängern die Gesamttrocknungszeit erheblich, weil die Feuchtigkeit dann wieder ins Material zurückwandert.

 

Schritt-für-Schritt: So kombinieren Sie Heizgeräte und Luftentfeuchter richtig

Schritt 1: Ausgangssituation analysieren

Bevor Sie Geräte aufstellen, verschaffen Sie sich einen Überblick:

  • Raumgröße ermitteln: Grundfläche (m²) × Raumhöhe (m) = Volumen (m³)
  • Aktuelle Temperatur messen: Mit Thermometer an mehreren Stellen
  • Luftfeuchtigkeit messen: Mit Hygrometer (Zielwert: 40–60 % relative Feuchte)
  • Materialfeuchte prüfen: Bei Estrich mit CM-Gerät, bei Wänden mit Materialfeuchtemessgerät

Dokumentieren Sie die Ausgangswerte! Nur so können Sie den Trocknungsfortschritt objektiv bewerten.

 

Schritt 2: Heizleistung berechnen

Faustformel für Heizleistung:
Heizleistung (kW) = Raumvolumen (m³) × 0,035 bis 0,040 kW/m³

Beispiel:
Ein Rohbau mit 100 m² Grundfläche und 2,50 m Raumhöhe = 250 m³
→ 250 × 0,035 = 8,75 kW Heizleistung (Mindestwert bei normaler Dämmung)
→ 250 × 0,040 = 10 kW Heizleistung (bei schlechter Dämmung oder starkem Luftzug)

Wichtig: Planen Sie einen Sicherheitsaufschlag von 20 % ein, besonders bei:

  • Offenen Türen/Fenstern (für Luftaustausch)
  • Schlechter Dämmung
  • Besonders kalten Außentemperaturen (unter -5 °C)

 

Schritt 3: Entfeuchtungsleistung dimensionieren

Richtwerte für Kondensationstrockner:

  • Bis 50 m²: 1 Gerät mit 30–40 l/Tag
  • 50–100 m²: 2 Geräte mit je 40–50 l/Tag
  • Über 100 m²: 3–4 Geräte mit je 50–70 l/Tag, gleichmäßig verteilt

 

Produktbild pfeil fazit Tipp:
Mehrere mittelgroße Geräte sind effektiver als ein einzelnes Hochleistungsgerät, weil sie näher an den Feuchtequellen arbeiten und die Luft besser umwälzen.

 

Schritt 4: Geräte richtig aufstellen

Heizgerät:

  • Zentral im Raum oder in der Nähe der kühlsten Bereiche (oft Außenwände)
  • Mindestabstand zu brennbaren Materialien: 1,5 m
  • Bei indirekten Heizgeräten: Warmluftschläuche nutzen, um mehrere Bereiche zu versorgen
  • Thermostat auf 18–20 °C einstellen (spart Energie und hält Temperatur konstant)

Luftentfeuchter:

  • Gleichmäßig im Raum verteilen, nicht alle an einer Stelle
  • Mindestabstand zu Wänden: 30–50 cm (für Luftzirkulation)
  • Luftauslass nicht gegen Wand oder Hindernisse richten
  • Kondensatschlauch direkt an Abfluss anschließen (kein manuelles Entleeren nötig)
  • Hygrostat auf 50–60 % r.F. einstellen

Zusätzlich: Ventilatoren einsetzen

  • 2–3 Ventilatoren für bessere Luftzirkulation
  • Erhöhen die Verdunstung an Oberflächen um bis zu 30 %
  • Vermeiden Temperatur- und Feuchteschichten im Raum

 

Schritt 5: Betrieb starten und überwachen

Erste 24 Stunden:

  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit stündlich kontrollieren
  • Geräte auf korrekte Funktion prüfen (Läuft das Heizgerät? Kondensiert der Entfeuchter?)
  • Kondensatmenge dokumentieren (gibt Aufschluss über Trocknungsfortschritt)

Ab Tag 2:

  • Täglich Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen
  • Alle 3–4 Tage Materialfeuchte prüfen
  • Geräte bei Bedarf neu positionieren (z. B. wenn ein Bereich schon trocken ist)

Produktbild Blaues Ausrufezeichen

Wichtig: Lüften Sie regelmäßig!
Auch bei Heiz- und Trocknungsbetrieb sollten Sie 2–3 Mal täglich für 5–10 Minuten Stoßlüften, um die feuchte Luft nach außen abzuführen. Besonders wichtig bei hoher Anfangsfeuchte.

 

Schritt 6: Trocknung schrittweise reduzieren

Wenn die Materialfeuchte sinkt, können Sie die Geräteanzahl reduzieren:

  • Nach 7–10 Tagen: Oft Reduktion auf 2 Entfeuchter möglich
  • Nach 14–21 Tagen: Je nach Fortschritt auf 1 Entfeuchter reduzieren
  • Heizung: Kann meist nach 10–14 Tagen auf niedrigere Leistung gedrosselt werden
     

Produktbild Blaues Ausrufezeichen

Achtung:
Niemals
alle Geräte gleichzeitig abstellen! Reduzieren Sie schrittweise und prüfen Sie, ob die Restfeuchte weiter sinkt.

 

Welche Heizgeräte-Luftentfeuchter Geräte-Kombinationen funktionieren am besten?

Die Wahl der richtigen Geräte hängt von mehreren Faktoren ab. Maßgeblich ist hauptsächlich die Raumgröße, die Verfügbarkeit von Stromquellen, die Belüftungssituation und die voraussichtliche Dauer der Laufzeit. In der Praxis bewährt haben sich für Winterbaustellen die folgenden Kombinationen:
Variante 1: Elektroheizgerät + Kondensationstrockner
Variante 2: Diesel-/Ölheizgerät (indirekt) + Kondensationstrockner
Variante 3: Gasheizgerät + Kondensationstrockner

 

  Variante 1:
Elektroheizgerät + Kondensationstrockner
Variante 2:
Diesel-/Ölheizgerät (indirekt) + Kondensationstrockner
Variante 3:
Gasheizgerät + Kondensationstrockner
Geeignet für: Innenausbau, geschlossene Räume mit Stromanschluss, bis ca. 100 m² Größere Rohbauten, Hallen, mehrere Räume, für ca. 100–200 m² Mittelgroße Baustellen mit guter Belüftung
Ausstattung: 
  • 1 Elektroheizgerät mit 9–15 kW Leistung
  • 2 Kondensationstrockner mit je 40–50 l/Tag
  • 2–3 Ventilatoren
  • 1 indirektes Diesel- oder Ölheizgerät mit 30–50 kW
  • Warmluftschläuche zur Verteilung
  • 3–4 Kondensationstrockner mit je 50–70 l/Tag
  • 3–4 Ventilatoren
  • 1 Gasheizgerät mit 20–30 kW
  • 2–3 Kondensationstrockner mit je 40–50 l/Tag
  • 2–3 Ventilatoren
Vorteile:
  • Emissionsfrei, ideal für geschlossene Räume
  • Leise im Betrieb
  • Einfache Bedienung
  • Präzise Temperaturregelung per Thermostat
  • Hohe Heizleistung auch bei großen Flächen
  • Saubere Warmluft (bei indirekten Geräten)
  • Geringere Betriebskosten als Elektroheizung
  • Autarker Betrieb mit Tank möglich
  • Schnelle Aufheizung
  • Günstig im Betrieb
  • Flexibel einsetzbar
Nachteile:
  • Höhere Stromkosten
  • Ausreichend dimensionierter Stromanschluss erforderlich
  • Abgasabführung erforderlich
  • Lauter als Elektroheizung
  • Geruchsentwicklung möglich
  • Regelmäßiges Nachtanken
  • Gute Belüftung zwingend erforderlich
  • Nicht für kleine, geschlossene Räume geeignet
  • Gasflaschenlagerung und -wechsel notwendig
Kosten (ca.): 8–12 €/Tag bei 24/7-Betrieb (abhängig vom Strompreis) 15–25 €/Tag (Diesel + Strom für Entfeuchter) 10–18 €/Tag (Gas + Strom)

 

 

Produktbild pfeil fazit Praxis-Tipp:
Für die meisten Winterbaustellen ist die Kombination aus indirektem Diesel-/Ölheizgerät + Kondensationstrocknern der beste Kompromiss aus Leistung, Kosten und Handhabung. Elektroheizungen sind ideal, wenn Stromanschluss vorhanden und die Fläche überschaubar ist.

 

Passendes Zubehör für den Einsatz von Heizgeräten und Luftentfeuchtern im Winter

Für eine effiziente Bautrocknung im Winter braucht es nicht nur die richtigen Geräte, sondern auch das passende Zubehör.
Besonders wichtig sind:

  • Hygrometer/Hygrostat
  • Ablaufschlauch oder Kondensatpumpe
  • Warmluftschläuche & Abgasführung
  • Ventilatoren
  • Thermostat & sichere Stromversorgung
  • CO-Melder bei Verbrennungsluftgeräten

Damit ist die Grundlage geschaffen, dass Heizgeräte und Luftentfeuchter optimal zusammenarbeiten, Feuchte kontinuierlich abgeführt wird und die Baustelle auch im Winter zuverlässig trocknet. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Komplettüberblick über alle Zubehörprodukte, die wir unseren Kunden grundsätzlich empfehlen.

 

Empfohlenes Zubehör für Heizgeräte & Luftentfeuchter auf Winterbaustellen

Zubehör

Einsatz bei Heizgeräten

Einsatz bei Luftentfeuchtern

Nutzen auf Winterbaustellen 

Hygrometer / Thermo-Hygrometer


(Temperaturkontrolle)


(Feuchteüberwachung)

Kontrolliert Luftfeuchte & Temperatur; Grundlage für die Trocknungssteuerung.

Hygrostat

Automatische Steuerung der Entfeuchtung; verhindert Übertrocknung und spart Strom.

Raumthermostat

Hält die Raumtemperatur stabil bei 15–20 °C – entscheidend für effiziente Trocknung.

CO-/CO₂-Melder


(bei Öl/Gas/Diesel)

Sicherheitsrelevant, erkennt Schadgase in Innenräumen.

Ventilatoren / Axiallüfter


(zur Wärmeverteilung)


(zur Feuchteabfuhr)

Erhöhen die Luftbewegung, verbessern Verdunstung & Trocknungsgeschwindigkeit.

Warmluftschläuche


(indirekte Heizgeräte)

Transportieren warme Luft in entfernte Räume oder Etagen; verhindern Wärmeverluste.

Luftverteiler / Verteilerboxen

Gleichmäßige Verteilung der Heizluft in mehreren Räumen/Zonen.

Abgasrohre / Abgasführung


(indirekte Öl-/Dieselheizer)

Leiten Abgase sicher nach außen; zwingend für sauberen Innenraumbetrieb.

Ablaufschlauch

Ermöglicht Dauerbetrieb durch kontinuierliche Kondensatabführung.

Kondensatpumpe

Notwendig bei langen Schlauchstrecken oder wenn kein Gefälle zum Abfluss besteht.

Schlauchisolierung / Frostschutz


(Warmluft)


(Kondensat)

Verhindert Einfrieren und verbessert Energieeffizienz.

Staubfilter / Vorfilter

Schutz vor Baustellenstaub, verlängert die Lebensdauer der Geräte.

Stromverteiler (FI-geschützt)

Sicherer Betrieb mehrerer Geräte; verhindert Überlastung einzelner Stromkreise.

Robuste Verlängerungskabel (H07RN-F)

Witterungsbeständig und baustellentauglich, sicher bei Nässe & Kälte.

Schutzhauben / Geräteabdeckungen

Schutz vor Staub, Feuchtigkeit & Schlaglasten bei offenen Rohbauten.

Unterlegplatten / Podeste

Heben Entfeuchter vom kalten Boden ab und verbessern die Luftansaugung.

 

 

Praxis-Fallbeispiel: 120 m² Neubau im Januar

Unser konkretes Set-Up Beispiel zeigt, wie die Kombination in der Praxis funktioniert:


Ausgangssituation

  • Objekt: Einfamilienhaus, Rohbau, 120 m² Wohnfläche, 2,50 m Raumhöhe = 300 m³
  • Zustand: Zementestrich frisch verlegt (Ende Dezember), hohe Restfeuchte
  • Außentemperatur: 0 bis 5 °C
  • Raumtemperatur zu Beginn: 8 °C
  • Ziel: Estrich belegreif in 3–4 Wochen (statt 8–12 Wochen ohne technische Trocknung)


Geräte-Setup

  • Heizung: 1 indirektes Dieselheizgerät, 40 kW, mit Warmluftschläuchen in 3 Räume verteilt
  • Entfeuchtung: 3 Kondensationstrockner à 50 l/Tag (Start), nach 10 Tagen reduziert auf 2 Geräte
  • Luftzirkulation: 3 Ventilatoren
  • Steuerung: Raumthermostat auf 19 °C, Hygrostaten auf 55 % r.F.


Zeitplan

Phase

Dauer

Maßnahmen

Messwerte

Start

Tag 1

Alle Geräte aufstellen und in Betrieb nehmen

8 °C, 75 % r.F., Estrich 4,5 % CM

Phase 1

Tag 1–7

Dauerbetrieb aller Geräte, 2× täglich Stoßlüften

19 °C, 60–65 % r.F., Kondensatmenge: 80–100 l/Tag

Phase 2

Tag 8–14

Reduktion auf 2 Entfeuchter, Heizung weiter auf 19 °C

19 °C, 50–55 % r.F., Kondensatmenge: 40–60 l/Tag

Phase 3

Tag 15–21

1 Entfeuchter, Heizung auf 18 °C reduziert

18 °C, 45–50 % r.F., Kondensatmenge: 15–25 l/Tag

Abschluss

Tag 22–28

Punktuelles Nachtrocknen, Kontrollmessungen

Estrich 2,0 % CM, belegreif


Kosten-Übersicht:

  • Diesel (ca. 4 l/h × 24 h × 28 Tage × 1,50 €/l): ca. 4.030 €
  • Strom für 3 Entfeuchter + Ventilatoren (ca. 2 kW × 24 h × 28 Tage × 0,30 €/kWh): ca. 400 €
  • Gesamtkosten: ca. 4.430 €


Nutzen:

  • Zeitersparnis: 4–8 Wochen früher belegreif
  • Vermeidung von Schimmel und Folgeschäden
  • Planbare Termine für Folgegewerke
  • Geringere Gesamtkosten durch verkürzte Bauzeit

 

Produktbild Blaues Ausrufezeichen

Wichtig:
Die angegebenen Kosten sind Richtwerte und können je nach Gerätewahl, Energiepreisen und regionalen Gegebenheiten variieren. Entscheidend ist: Die Investition amortisiert sich durch die enorme Zeitersparnis fast immer.

 

 

Kostenrechner

Unser Kostenrechner gibt Ihnen einen realistischen Überblick über die zu erwartenden Energiekosten. Geben Sie einfach Ihre Raumgröße ein und wählen Sie das gewünschte Heizgerät, den Rest übernimmt der Rechner für Sie.

 

Produktbild Blaues Ausrufezeichen

Wichtige Hinweise:

Wie genau sind die berechneten Kosten?
Die Werte basieren auf Durchschnittswerten und realen Projekterfahrungen. Abweichungen von ±15–20 % sind möglich, je nach Dämmung, Witterung und individuellen Gegebenheiten.

Sind die angegebenen Energiepreise aktuell?
Die Preise sind realistische Durchschnittswerte (Stand: Ende 2025). Regionale Abweichungen sind möglich. Sie können die Werte auch selbst anpassen, wenn Sie genauere lokale Preise kennen.

 

Kostenrechner Bautrocknung im Winter

Kostenrechner Bautrocknung

Berechnen Sie die geschätzten Kosten für Ihre Winter-Bautrocknung

ℹ️ Was wird berechnet?

Dieser Rechner kalkuliert die Gesamtkosten für eine professionelle Bautrocknung im Winter. Die Berechnung basiert auf der bewährten Kombination aus Heizgerät + Luftentfeuchtern, da beide Komponenten für eine effektive Trocknung bei kalten Temperaturen erforderlich sind.

Folgendes wird automatisch berücksichtigt:

  • Heizgerät: Sorgt für die optimale Raumtemperatur (18-20°C)
  • Luftentfeuchter: Entzieht der Luft kontinuierlich Feuchtigkeit (automatisch berechnet: 1 Gerät pro 50 m²)
  • 24/7-Dauerbetrieb: Für maximale Effizienz und kürzeste Trocknungszeit
Typisch: 14–28 Tage (Richtwert: 21 Tage)

Geschätzte Kosten

Raumvolumen
0 m³
Heizleistung
0 kW
Luftentfeuchter
0 Geräte

Kosten pro Tag (24/7-Betrieb)

Heizgerät
-
0,00 €
Luftentfeuchter (0×)
je ~0,5 kW × 24h × 0,30 €/kWh
0,00 €
Gesamt pro Tag:
0,00 €
Gesamtkosten für 0 Tage
0,00 €
(0,00 € × 0 Tage)

Wichtige Hinweise

  • Diese Berechnung liefert Richtwerte für durchschnittliche Bedingungen
  • Tatsächliche Kosten können je nach Dämmung, Witterung und Baufeuchte variieren
  • Energiepreise sind Durchschnittswerte und können regional abweichen
  • Die Investition amortisiert sich durch enorme Zeitersparnis (oft 4–8 Wochen schneller)

Die 7 häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden

Übersicht: Häufigste Fehler bei der Bautrocknung im Winter & richtige Lösung

 

Fehler Nr.

Problem (kurz & präzise)

Lösung (konkret & handlungsorientiert)

Fehler 1

Raum wird nicht warm genug / zu hohe Wärmelasten möglich → kaum Feuchteaufnahme, Ineffizienz, Materialrisiko

Trocknung nach Zieltemperatur planen (ca. 18–22 °C); keine Überhitzung >30 °C; Leistung an Gebäude & Feuchteniveau anpassen

Fehler 2

Zu wenig Entfeuchtungsleistung → lange Laufzeiten, hohe Kosten, kaum Fortschritt

Nach Raumvolumen & Liter/Tag dimensionieren; ca. 0,2–0,3 l/Tag pro m² im Neubau; mehrere Geräte oft effektiver

Fehler 3

Fehlende Luftbewegung → Feuchte sammelt sich in Ecken, ungleichmäßige Trocknung

Ventilatoren einsetzen, Luftstrom entlang feuchter Flächen führen; Kurzschlüsse vermeiden; Geräte sinnvoll ausrichten

Fehler 4

Zu frühes Abschalten → Restfeuchte im Bauteil bleibt, später Schäden/Schimmel

Entscheidung nur auf Basis von Messwerten (Materialfeuchte!); Temperatur & r.F. überwachen; erst bei Zielwerten reduzieren

Fehler 5

Falsches Lüften → Feuchte Luft strömt ständig nach, Energieverlust

Fenster geschlossen halten; Stoßlüften nur kurz & nur bei trockenerer Außenluft; Geräte währenddessen pausieren

Fehler 6

Falsche Geräteposition → blockierter Luftstrom, Kondensation, Leistungsabfall

30–50 cm Abstand zu Wänden; gleichmäßig verteilen; Luftauslass nicht gegen Hindernisse richten; sicheren Kondensatablauf sicherstellen

Fehler 7

Keine Dokumentation → kein Fortschrittsnachweis, Risiken bei Versicherung

Messprotokoll führen (Temp., r.F., Materialwerte); an festen Messpunkten erfassen; Fotos & Kondensatmengen dokumentieren

Fehler 8

Falsche/zu kleine Geräte → lange Trocknungszeiten, hoher Verbrauch

Leistungsdaten prüfen (l/Tag, Luftmenge, Temperaturbereich); Haushaltsgeräte vermeiden; professionelle Bautrockner nutzen

Fehler 9

Zu schnelles/zu aggressives Trocknen → Risse, Verformung, Haftungsprobleme

Leistung & Temperatur schrittweise steigern; Hersteller-Aufheizprogramme beachten; gleichmäßige, nicht zu starke Luftführung

Fehler 10

Vernachlässigte Wartung & Hygiene → Leistungsverlust, Geruch, Störung

Filter & Behälter regelmäßig reinigen; Kondensat prüfen/entleeren; Schläuche kontrollieren; Herstellerwartung einhalten

 

Fehler 1: Zu wenig oder falsche Heizleistung

Problem:
Der Raum wird nicht ausreichend warm, die Luft kann nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen und die Entfeuchter arbeiten ineffizient. Gleichzeitig kann eine zu hohe Temperatur zu Spannungsrissen in Estrich und Putz führen.

Lösung:
Planen Sie die Trocknung über Zieltemperaturen statt nur über mehr Leistung. In der Regel sind etwa 18–22 °C Raumtemperatur für die meisten Neubau- und Sanierungsfälle geeignet. Vermeiden Sie Temperaturen deutlich über 30 °C, um Materialschäden zu verhindern. Passen Sie die Heizleistung an Gebäudehülle, Raumvolumen und Feuchteniveau an.

 

Fehler 2: Zu wenig Entfeuchtungsleistung

Problem:
Ein einzelner Luftentfeuchter oder schwache Haushaltsgeräte schaffen die vorhandene Feuchtemenge nicht. Die Trocknung dauert unnötig lange, Geräte laufen dauerhaft im Grenzbereich und verursachen hohe Stromkosten bei wenig Wirkung.

Lösung:
Dimensionieren Sie nicht nur nach Quadratmetern, sondern vor allem nach Entfeuchtungsleistung (Liter/Tag) und Raumvolumen. Für Neubauten oder stärkere Durchfeuchtung wird häufig eine Entfeuchtungsleistung von grob 0,2–0,3 l/Tag je Quadratmeter Raumfläche (abhängig von Bauphase und Feuchteniveau) angesetzt. Mehrere mittelgroße Bautrockner sind oft effizienter und flexibler einsetzbar als ein einzelnes Extremgerät. Setzen Sie auf professionelle Bautrockner.

 

Fehler 3: Keine oder unzureichende Luftzirkulation

Problem:
Ohne Luftbewegung bilden sich stehende Luftschichten. Feuchte Luft sammelt sich in Ecken, Nischen und an kalten Bauteilen. In Folge läuft die Trocknung ungleichmäßig und es bleiben Feuchtenester zurück.

Lösung:
Setzen Sie Ventilatoren ein, um die Luft im Raum in Bewegung zu halten und feuchte Luft von Oberflächen wegzuführen. Richten Sie den Luftstrom so aus, dass er an feuchten Wänden, Estrich- und Putzflächen vorbeistreicht, ohne punktuell mit hoher Geschwindigkeit direkt auf frische Oberflächen zu blasen. Vermeiden Sie Luftkurzschlüsse (z. B. Ausblas des Trockners direkt vor dessen Ansaugseite) und stimmen Sie die Stellung von Entfeuchtern, Heizgeräten und Ventilatoren aufeinander ab.

 

Fehler 4: Zu frühes Abschalten der Geräte

Problem:
Die Oberflächen fühlen sich trocken an, aber in tieferen Schichten von Estrich, Putz oder Mauerwerk ist noch viel Restfeuchte vorhanden. Wird zu früh abgeschaltet, wandert diese Feuchte nach außen zurück und es drohen Schäden an Belägen oder Schimmelbildung.

Lösung:
Treffen Sie Entscheidungen aufgrund objektiver Messergebnisse der Materialfeuchte. Orientieren Sie sich an den Vorgaben von Estrichleger, Material- und Bodenbelagsherstellern (für unterschiedliche Estricharten und Beläge gelten unterschiedliche Grenzwerte). Ergänzend sollten Sie Temperatur und relative Luftfeuchte im Raum mit überwachen, um den gesamten Trocknungsverlauf im Blick zu behalten. Erst wenn alle relevanten Grenzwerte erreicht sind, werden Geräte schrittweise reduziert und schließlich abgeschaltet.

 

Fehler 5: Falsches Lüften während der Trocknung

Problem:
Entfeuchter entziehen der Luft Feuchtigkeit, gleichzeitig wird aber zu oft oder zu lange gelüftet. Dadurch strömt ständig neue, feuchte Außenluft nach, die Trocknung wird ausgebremst und der Energieverbrauch steigt. In feuchten Witterungsphasen kann Lüften den Raum sogar wieder befeuchten.

Lösung:
Während einer technischen Trocknung mit Kondensationstrocknern und Heizgeräten werden Fenster und Türen grundsätzlich geschlossen gehalten. Günstig ist kontrolliertes Stoßlüften nur dann, wenn die Außenluft absolut trockener ist als die Raumluft (typisch im Winter mit kalter, trockener Außenluft). Lüften Sie dann kurz und kräftig (Fenster ganz öffnen, Durchzug herstellen), pausieren Sie Entfeuchter und Heizung für diese Zeit, schließen Sie danach wieder und setzen Sie die Trocknung im geschlossenen System fort. Vermeiden Sie dauerhaft gekippte Fenster, denn sie sorgen für permanenten Feuchtenachschub und machen die Trocknung ineffizient.

 

Fehler 6: Falsche Geräte-Positionierung

Problem:
Luftentfeuchter stehen in Ecken oder zu nah an Wänden, der Luftstrom ist blockiert oder alle Geräte stehen an einer Stelle. Dadurch werden manche Bereiche übertrocknet, andere bleiben feucht. Zusätzlich kommt es bei ungünstiger Positionierung zu Kondensatproblemen oder Geräteausfall.

Lösung:
Halten Sie mindestens 30–50 cm Abstand zu Wänden und großen Möbeln ein und verteilen Sie die Geräte gleichmäßig im Raum bzw. über mehrere Räume. Richten Sie den Luftauslass nicht direkt gegen Hindernisse. Platzieren Sie die Ansaugseite nicht unmittelbar vor extrem kalten Flächen, um Kondensation am Gerät zu vermeiden. Achten Sie auf einen sicheren Kondensatabfluss: Schlauch mit Gefälle ohne Knick führen oder Auffangbehälter regelmäßig leeren, damit Geräte nicht wegen vollem Tank abschalten.

 

Fehler 7: Keine systematische Dokumentation

Problem:
Ohne dokumentierte Ausgangs- und Verlaufsmessungen lässt sich der Fortschritt der Trocknung nicht objektiv beurteilen. Man erkennt nicht, ob die Trocknung stagniert, zu schnell oder zu langsam verläuft. Bei Versicherungsfällen fehlen wichtige Nachweise.

Lösung:
Führen Sie ein Trocknungsprotokoll mit festen Messpunkten. Notieren Sie zu Beginn und im Verlauf Datum, Raum, Temperatur, relative Luftfeuchte und Materialfeuchte (z. B. an definierten Wand- oder Estrichstellen). In den ersten Tagen sind tägliche Messungen sinnvoll, später alle 3–4 Tage. Halten Sie zusätzlich die entnommene Kondensatmenge je Gerät fest und dokumentieren Sie die Geräte-Positionierung mit Fotos. So lassen sich Auffälligkeiten früh erkennen und Maßnahmen anpassen. Im Bedarfsfall haben Sie somit belastbare Unterlagen gegenüber Handwerkern, Planern oder Versicherungen.

 

Fehler 8: Ungeeignete oder unterdimensionierte Geräte

Problem:
Es kommen Komfort- oder Mini-Entfeuchter zum Einsatz, die für massive Neubaufeuchte oder Wasserschäden zu schwach sind. Die Trocknung zieht sich über Wochen oder Monate, während die Geräte rund um die Uhr laufen und viel Strom verbrauchen.

Lösung:
Prüfen Sie vor Beginn Einsatzbereich, Entfeuchtungsleistung, Luftmenge und Temperaturbereich der Geräte. Für die Bautrocknung sind robuste Kondensationstrockner mit hoher Entfeuchtungsleistung und ausreichendem Luftdurchsatz vorgesehen; kleine Haushaltsgeräte eignen sich höchstens zur Nach- oder Raumklimakontrolle. Lassen Sie die Dimensionierung im Zweifel von einem Fachbetrieb vornehmen oder nutzen Sie Verleiher, die auf Grundlage von Grundriss, Raumhöhe, Feuchteursache und Baustand passende Geräte vorschlagen.

 

Fehler 9: Zu schnelles oder zu aggressives Trocknen

Problem:
Sehr hohe Temperaturen, extrem starke Luftbewegung oder überdimensionierte Trocknungsleistung führen dazu, dass Oberflächen zu schnell austrocknen, während das Material innen noch feucht ist. Es können Risse, Verformungen (z. B. bei Estrich und Holz) oder Haftungsprobleme für spätere Beläge entstehen.

Lösung:
Steigern Sie Trocknungsleistung und Temperaturen schrittweise und kontrolliert. Halten Sie sich an die Trocknungs- und Aufheizprotokolle der Estrich- und Materialhersteller. Vermeiden Sie extreme Temperaturspitzen und richten Sie Ventilatoren so aus, dass sie für gleichmäßige, nicht zu konzentrierte Luftbewegung sorgen. Kontrollmessungen der Materialfeuchte helfen, kritische Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen.

 

Fehler 10: Wartung und Hygiene der Geräte vernachlässigt

Problem:
Verschmutzte Filter, stehendes Kondenswasser und verschmutzte Auffangbehälter können zu Geruch, reduzierter Leistung und im Extremfall zu hygienischen Problemen führen. Ein zugesetzter Filter verringert den Luftdurchsatz und verlängert die Trocknungszeit.

Lösung:
Prüfen und reinigen Sie regelmäßig Luftfilter, Kondensatbehälter und Schlauchanschlüsse. Entleeren und spülen Sie Wasserbehälter in kurzen Intervallen, kontrollieren Sie Schläuche auf Knicke und Undichtigkeiten. Halten Sie die Geräte unbedingt nach Herstellerangaben instand, um die volle Leistung zu sichern, Ausfälle zu vermeiden und hygienische Risiken zu reduzieren.

 

Checkliste: Bautrocknung im Winter optimal durchführen

Mit der folgenden Checkliste möchten wir Sie dabei unterstützen, keinen Schritt bei Ihrem Heizgeräte- und Luftentfeuchter-Set-Up zu vergessen. Sollten Sie die Trocknung Ihrer Winterbaustelle von einem professionellen Anbieter vornehmen lassen, können Sie anhand dieser Liste sicherstellen, dass er seine Arbeiten korrekt verrichtet.

 

Nutzen Sie diese Checkliste, um sicherzustellen, dass Sie nichts vergessen:

Vor dem Start

Raumvolumen berechnen (Grundfläche × Raumhöhe)
Ausgangswerte messen und dokumentieren (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Materialfeuchte)
Heizleistung berechnen (Volumen × 0,035–0,040 kW/m³)
Anzahl Luftentfeuchter bestimmen (ca. 1 Gerät pro 40–60 m²)
Stromanschluss/Treibstoffversorgung prüfen
Kondensatableitung vorbereiten (Schläuche, Abfluss)


Geräte-Aufstellung

Heizgerät zentral oder an kühlster Stelle positionieren
Mindestabstand zu brennbaren Materialien: 1,5 m
Thermostat auf 18–20 °C einstellen
Luftentfeuchter gleichmäßig verteilen
Mindestabstand zu Wänden: 30–50 cm
Hygrostat auf 50–60 % r.F. einstellen
Kondensatschläuche anschließen
2–3 Ventilatoren für Luftzirkulation aufstellen


Während des Betriebs

Erste 24 Stunden: Stündliche Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Tägliche Messungen in der ersten Woche
2–3 Mal täglich für 5–10 Minuten Stoßlüften
Kondensatmenge dokumentieren
Alle 3–4 Tage Materialfeuchte messen
Trocknungsprotokoll führen
Bei Dieselheizung: Tankanzeige kontrollieren, rechtzeitig nachtanken
Geräte auf Vereisung prüfen (bei Kondensationstrocknern)


Abschluss

Materialfeuchte-Zielwerte erreicht? (z. B. ≤ 2,0 % CM bei Zementestrich)
Schrittweise Reduktion der Geräte (nicht alle auf einmal abschalten)
Kontrollmessung nach 2–3 Tagen ohne Geräte
Abschlussdokumentation erstellen


Diese Checkliste können Sie auch unter dem folgenden Link als PDF Datei herunterladen:
Checkliste: Bautrocknung im Winter

 

Fazit: Zuverlässige Bautrocknung im Winter mit der richtigen Geräte-Kombination

Bautrocknung im Winter ist eine Herausforderung, aber mit der gezielten Kombination von Heizgeräten und Luftentfeuchtern lässt sie sich professionell und effizient bewältigen. Die Investition lohnt sich in jeder Hinsicht:

  • Massive Zeitersparnis:
    - Ohne technische Trocknung: 8–12 Wochen (oder länger)
    - Mit Heizung + Entfeuchtung: 3–5 Wochen
    Fazit: 4–8 Wochen schneller fertig!

  • Planbare Bauabläufe
    - Verlässliche Termine für Folgegewerke (Bodenleger, Maler)
    - Keine Bauverzögerungen durch Feuchteprobleme
    - Objektive Kontrolle durch Materialfeuchte-Messungen

  • Schutz der Bausubstanz
    - Kein Schimmelrisiko durch zu lange Feuchtigkeit
    - Keine Spannungsrisse im Estrich
    - Vermeidung teurer Folgeschäden

  • Wirtschaftlichkeit
    Die Kosten für Heizung und Entfeuchtung amortisieren sich durch:
    - Frühere Nutzung/Vermietung (bei Mieteinnahmen von 1.000 €/Monat = 2.000–2.500 € mehr Einnahmen)
    - Vermeidung von Folgeschäden (Schimmel, Risse, Nachbesserungen)
    - Keine Zusatzkosten durch Bauverzögerungen

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren im Überblick

  • Ausreichend heizen: 18–20 °C sind optimal für schnelle Trocknung
  • Richtig dimensionieren: Lieber etwas mehr Heiz- und Entfeuchtungsleistung als zu wenig
  • Luftzirkulation nutzen: Ventilatoren erhöhen die Effizienz um bis zu 30 %
  • Regelmäßig lüften: 2–3 Mal täglich Stoßlüften beschleunigt den Feuchteabtransport
  • Objektiv messen: Materialfeuchte-Messungen statt Bauchgefühl
  • Geduldig bleiben: Schrittweise reduzieren, nicht zu früh abschalten

 

Produktbild pfeil fazit Unser Fazit: Mit der richtigen Planung, passendem Equipment und konsequenter Durchführung verkürzen Sie die Trocknungszeit erheblich und sichern somit auch im härtesten Winter Ihre Bautermine. Die Investition zahlt sich durch Zeitgewinn, Planungssicherheit und Schadensvorbeugung mehrfach aus.

 

Weitere Informationen und passende Geräte

Sie möchten mehr über die richtige Geräteauswahl erfahren oder suchen passende Heizgeräte und Luftentfeuchter für Ihre Winterbaustelle?

In unserem Shop finden Sie:

  • Heizgeräte – Elektro-, Gas-, Diesel- und Ölheizer für jeden Einsatzbereich
  • Luftentfeuchter – Kondensations- und Adsorptionstrockner in verschiedenen Leistungsklassen
  • Passendes Zubehör – Thermostate, Hygrostate, Warmluftschläuche, Kondensatpumpen und mehr

Unsere Fachberater unterstützen Sie gerne:
Sie sind sich unsicher, welche Geräte-Kombination für Ihr Projekt optimal ist? Kontaktieren Sie uns per E-Mail oder Telefon, wir helfen Ihnen bei der Auswahl! (Hilfe & Support)

 

FAQ: Häufige Fragen zur Winter-Bautrocknung

Es gibt noch offene Fragen zur richtigen Trocknung Ihrer Baustelle im Winter? Dann lesen Sie unbedingt weiter! In unseren umfangreichen FAQ greifen unsere Fachberater nochmals die wichtigsten Themen auf und beantworten diese kompakt und kompetent. Sollten Sie die passende Lösung für Ihr Anliegen nicht finden, kontaktieren Sie uns gerne per Email oder telefonisch (Hilfe & Support).


Kann ich verschiedene Heizgeräte-Typen kombinieren?

Ja, das ist möglich und manchmal sogar sinnvoll.

Beispiel: Kombination aus Elektroheizgerät (Grundlast, konstante Temperatur) + Gas- oder Dieselheizer (Spitzenlast bei sehr kalten Außentemperaturen).

Aber: Achten Sie darauf, dass die Gesamtleistung stimmt und beide Geräte über Thermostate gesteuert werden, damit sie nicht gegeneinander arbeiten. Gegebenenfalls Abgasführung beachten oder indirekt befeuerte Geräte nutzen. Außerdem können Elektroheizgeräte hohe Stromkosten verursachen.

 

Wie viele Luftentfeuchter brauche ich für meine Raumgröße?

Faustformel: 1 Gerät pro 40-60 m² Grundfläche

Konkret:

  • Bis 50 m²: 1 Gerät mit 30-40 l/Tag
  • 50-100 m²: 2 Geräte mit je 40-50 l/Tag
  • 100-150 m²: 3 Geräte mit je 50-70 l/Tag
  • Über 150 m²: 3-4 Geräte, gleichmäßig verteilt

Wichtig: Für sehr nasse Neubauten oder kritische Estrichphasen sollten Sie die Leistung eher etwas großzügiger dimensionieren, zeitweise 1-2 zusätzliche Geräte einsetzen oder sich an einer genaueren Berechnung der benötigten Entfeuchtungslast orientieren.

 

Welche Heizleistung benötige ich für meinen Raum?

Faustformel: Heizleistung (kW) = Raumvolumen (m³) × 0,035-0,040 kW/m³

Beispielrechnung:

  • Raum: 100 m² × 2,5 m Höhe = 250 m³
  • Mindestleistung: 250 × 0,035 = 8,75 kW
  • Empfohlen (mit Sicherheitspuffer): 10-12 kW

Bei schlechter Dämmung oder offenen Türen: +20% Leistungsreserve einplanen.

 

Wie stelle ich Heizgerät und Luftentfeuchter richtig auf?

Heizgerät richtig aufstellen

  • Stellen Sie es zentral im Raum oder nahe der kühlsten Bereiche auf, um eine gleichmäßige Wärmeverteilung zu erreichen.
  • Halten Sie mindestens 1,5 m Abstand zu brennbaren Materialien ein.
  • Stellen Sie das Thermostat auf 22–25 °C ein, da wärmere Luft die Feuchtigkeitsaufnahme verbessert (nicht unter 15 °C).

Luftentfeuchter richtig aufstellen

  • Verteilen Sie die Geräte gleichmäßig im Raum, nicht alle an einer Stelle.
  • Lassen Sie 30–50 cm Abstand zu Wänden und richten Sie den Luftauslass nicht gegen Hindernisse.
  • Schließen Sie den Kondensatschlauch direkt an einen Abfluss an, um Unterbrechungen zu vermeiden.

Luftzirkulation optimieren

  • Nutzen Sie 2–3 Ventilatoren, um die Luft umzuwälzen und tote Zonen zu verhindern.

Wichtige Ergänzungen: Schließen Sie Fenster und Türen, dichten Sie Außenluft ab und bevorzugen Sie Elektroheizer. Überwachen Sie regelmäßig Temperatur und Luftfeuchtigkeit; vermeiden Sie paralleles Lüften.

 

Brauche ich zusätzliche Ventilatoren?

Ja, unbedingt empfohlen!

Ventilatoren erhöhen die Effizienz um bis zu 30%, weil sie:

  • Die Luftzirkulation verbessern
  • Feuchte Luft von Oberflächen wegtransportieren
  • Temperatur- und Feuchteschichten vermeiden
  • Die Verdunstung beschleunigen

Empfehlung: 2-3 Ventilatoren pro 100 m², strategisch im Raum verteilt.

 

Wie lange dauert Bautrocknung im Winter mit Heizung und Entfeuchtern?

Erfahrungswert für Zementestrich (Standard-Aufbauhöhe 4–6 cm):

  • Ohne technische Trocknung im Winter: 8–12 Wochen oder länger
  • Mit Heizung + Entfeuchtung: 3–5 Wochen bis belegreif
  • Mit optimaler Kombination + Luftzirkulation: 2,5–4 Wochen

Die genaue Dauer hängt ab von:

  • Estrichart (Zement, Anhydrit, Fließestrich)
  • Aufbauhöhe
  • Ausgangsfeuchtigkeit
  • Raumtemperatur
  • Luftwechsel

Faustregel: 1 cm etwa 1 Woche bei 20 °C als Idealbedingung

 

Funktioniert Bautrocknung auch bei Minusgraden?

Ja, Bautrocknung mit Heizgerät und Luftentfeuchtern funktioniert auch bei Außentemperaturen unter 0 °C, aber mit Einschränkungen.​

Bei Außentemperaturen unter 0 °C

  • Halten Sie die Innentemperatur zwingend über 15 °C (optimal 20–25 °C), um Kondensationstrockner effizient zu nutzen.​
  • Kondensationstrockner arbeiten normal, solange der Raum beheizt ist. Planen Sie höhere Heizleistung wegen Wärmeverlusten ein.​

Bei Innentemperaturen unter 0 °C

  • Verwenden Sie ausschließlich Adsorptionstrockner (geeignet von -10 bis +30 °C).​
  • Alternativ: Raum zuerst aufheizen und dann zu Kondensationstrocknern wechseln.​

Die Außentemperatur ist weniger entscheidend als die Innentemperatur. Bei 20–25 °C innen läuft die Trocknung optimal. Achten Sie auf gute Abdichtung von Außenöffnungen und regelmäßige Gerätekontrolle gegen Vereisung.

 

Was kostet Bautrocknung im Winter pro Tag?

Die Kosten hängen von der Raumgröße und dem gewählten Heizgerät ab:

Richtwerte für 100 m² Fläche:

  • Elektroheizgerät + 2 Entfeuchter: 8-12 €/Tag
  • Dieselheizgerät + 2 Entfeuchter: 15-20 €/Tag
  • Gasheizgerät + 2 Entfeuchter: 12-18 €/Tag

Beispiel Einfamilienhaus (120 m²):

  • 21 Tage Trocknung mit Diesel + Entfeuchtern
  • Kosten: ca. 18 €/Tag × 21 = 378 € Gesamtkosten
  • Zeitgewinn: 7-9 Wochen früher fertig

Hinweis: Die Kosten variieren je nach Anbieter, Energiepreisen und Trocknungsintensität. Für genaue Kalkulationen sollte man immer die tagesaktuellen Energiepreise, das Raumvolumen, den Dämmstandard und die Witterung einrechnen.

Tipp: Nutzen Sie unseren Kostenrechner , um die Kosten für Ihr Projekt zu berechnen.

 

Wie kann ich den Stromverbrauch bei der Bautrocknung beeinflussen?

Der Energiebedarf kann je nach Baustellensituation sehr unterschiedlich ausfallen. Entscheidend ist weniger die reine Gerätezahl, sondern vor allem die Umgebung.

Diese Faktoren bestimmen den Stromverbrauch wesentlich:

  • Temperatur im Gebäude: Je kälter, desto länger läuft das Heizgerät.
  • Geräteleistung (kW / l/Tag): Große Flächen benötigen höhere Leistung.
  • Menge der einzutrocknenden Baufeuchte: Frischer Estrich = hoher Feuchteabtrag.
  • Laufzeit: Dauerbetrieb beschleunigt, aber Laststeuerung spart Strom.

So lässt sich Verbrauch aktiv senken:
- Gebäude erst auf Solltemperatur bringen (ca. 18–20 °C), danach ist Entfeuchtung deutlich effektiver.
- Hygrostat & Thermostat verwenden, damit Geräte nur bei Bedarf laufen.
- Ventilatoren nutzen für mehr Luftbewegung = trocknet schneller = kürzere Laufzeit.
- Entfeuchter mit zu niedriger Leistung austauschen, statt sie 24/7 ineffektiv laufen zu lassen.

Wer diese Punkte beachtet, verkürzt die Trocknungszeit und senkt gleichzeitig die Energiekosten.

 

Kann ich die Trocknungsdauer verkürzen?

Ja, die Trocknungsdauer auf einer Baustelle im Winter kann durch gezielte Maßnahmen verkürzt werden, solange die Baustoffe (z. B. Estrich, Putz, Holz) nicht beschädigt werden.

Empfohlene Maßnahmen:

  • Raumtemperatur erhöhen:
    Auf 22–25 °C anheben (statt 18–20 °C), um die Verdunstung zu beschleunigen. Im Winter Heizgeräte mit Frischluftzufuhr einsetzen, um kondensierte Feuchte abzuführen.​

  • Luftzirkulation verbessern:
    Zusätzliche Ventilatoren nutzen für gleichmäßigen, moderaten Luftstrom, der Feuchtenester vermeidet, ohne Oberflächen zu schnell austrocknen zu lassen.​

  • Entfeuchtung intensivieren:
    Mehr Luftentfeuchter mit kürzeren Abständen platzieren (ca. 3–5 m), aber auf freie Luftwege achten und Geräte richtig dimensionieren (nach Raumvolumen und Feuchteeintrag).​

  • Kontrolliertes Lüften:
    2–3 Mal täglich stoßlüften, nur wenn Außenluft trockener/kühler ist (typisch im Winter); andernfalls Feuchtigkeitseintrag vermeiden.​


Das Ziel ist es, die relative Luftfeuchtigkeit auf 45–60% zu senken. Eine Überwachung mit Hygrometer und Baustofffeuchtemessgerät ist Pflicht, um Risse oder Schimmel zu verhindern. Diese Maßnahmen erhöhen den Energieverbrauch, daher empfehlen wir eine professionelle Planung (z. B. Trocknungsprotokoll). Bei Frost außen gilt: Türen/Fenster abdichten, um Kältebrücken zu vermeiden.

 

Kann ich Heizgeräte und Luftentfeuchter automatisch steuern lassen?

Ja, und das lohnt sich sogar deutlich. Mit Thermostat (für Heizgeräte) und Hygrostat (für Entfeuchter) lässt sich das System so regeln, dass nur dann Energie verbraucht wird, wenn sie wirklich gebraucht wird.

Die Vorteile:

  • Temperatur und Luftfeuchte bleiben im optimalen Bereich stabil.
  • Geräte schalten automatisch zu oder ab, somit weniger Energieverschwendung.
  • Keine Gefahr der Übertrocknung, was vor allem bei Estrich und Holzbauteilen wichtig ist.
  • Ideal für Dauerbetrieb über Nacht oder bei längeren Trocknungszeiten.

Kurz gesagt: Automatische Regelung sorgt für konstante Bautrocknungsbedingungen und spart Strom.

 

Kann ich die Geräte nachts abschalten, um Strom zu sparen?

Nein, das ist kontraproduktiv.

Wenn die Geräte nachts abgeschaltet werden:

  • Kühlt der Raum aus (besonders im Winter)
  • Die Luftfeuchtigkeit steigt wieder an
  • Feuchtigkeit wandert zurück ins Material
  • Die Gesamttrocknungszeit verlängert sich erheblich

Besser: Dauerbetrieb mit Thermostat und Hygrostat. Die Geräte laufen dann automatisch nur bei Bedarf, was Energie spart, ohne die Trocknung zu unterbrechen.

 

Welche Raumtemperatur ist optimal für die Trocknung?

Die optimale Raumtemperatur für die Bautrocknung liegt zwischen 20 und 25 °C. Bei diesem Temperaturbereich arbeiten Luftentfeuchter besonders effizient, da wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. Gleichzeitig geben Baustoffe bei höheren Temperaturen schneller Feuchtigkeit ab, was die Trocknung beschleunigt.

Temperaturen unter 15 °C führen zu einem starken Leistungsverlust von Kondensationstrocknern, und unter 10 °C besteht die Gefahr der Vereisung der Geräte, weshalb dann unbedingt geheizt werden muss.

Außerdem ist es wichtig, die Temperatur möglichst konstant zu halten, da starke Schwankungen die Trocknungszeit verlängern können. So bleibt die Trocknung effizient, und das Risiko von Schäden durch Überhitzung besteht bei den empfohlenen Temperaturen nicht.

 

Wie hoch dürfen Temperatur und Luftfeuchte maximal sein?

Kurzantwort:
Während der Bautrocknung haben sich Raumtemperaturen von etwa 18–22 °C und eine relative Luftfeuchte zwischen grob 40–60% bewährt, abhängig von Material, Bauphase und eingesetzten Geräten. Dauerhaft hohe Werte über ca. 70% relative Luftfeuchte erhöhen das Risiko für Schimmel und verzögern den Trocknungsprozess deutlich.

Etwas ausführlicher:

  • Temperaturen deutlich unter 15 °C bremsen die Trocknung, weil die Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann und viele Kondensationstrockner dann an ihre Grenzen kommen.
  • Zu hohe Temperaturen (über etwa 30 °C) sind ebenfalls problematisch, weil sie Spannungsrisse und Verformungen in Estrich, Putz und Holz begünstigen können.

Die relative Luftfeuchte sollte im Regelfall im Bereich von 40–60% liegen. Kurzfristige Überschreitungen sind normal, dauerhaft hohe Werte über 70% sind jedoch ein Warnsignal und sollten Anlass sein, Heizleistung, Entfeuchtungsleistung und Lüftungskonzept zu überprüfen.

 

Kann ich auch nur heizen, ohne zu entfeuchten?

Ja, theoretisch ist das möglich, allerdings wäre es sehr ineffizient. Heizen allein erhöht zwar die Verdunstung, aber die feuchte Luft bleibt im Raum. Ohne Entfeuchter steigt die relative Luftfeuchtigkeit stark an (oft über 80 %), was die Trocknung verlangsamt oder sogar stoppt. Die Kombination ist daher immer effektiver.

Ausnahme: Bei sehr guter Durchlüftung (z. B. offene Baustellen mit permanentem Luftaustausch) kann Heizen allein ausreichen. Das gilt allerdings nur, wenn die Außenluft trockener ist als die Innenluft. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko von Trocknungsrissen im Estrich, wenn die Oberfläche zu schnell austrocknet.

 

Muss ich wirklich lüften, obwohl ich heize?

Ja, regelmäßiges Stoßlüften ist essentiell, aber nur, wenn die Außenluft absolut trockner ist als die Raumluft.

Die Luftentfeuchter entziehen der Luft zwar Feuchtigkeit, aber bei hoher Anfangsfeuchte (z. B. direkt nach Estrich-Verlegung) reicht das oft nicht aus. Die Raumluft wird immer feuchter, weil mehr Feuchtigkeit aus dem Material verdunstet, als die Entfeuchter abführen können.

Lösung: 2–3 Mal täglich für 5–10 Minuten Stoßlüften (Fenster komplett öffnen). Dadurch wird die feuchte Raumluft gegen trockenere Außenluft ausgetauscht. Danach Fenster schließen und weiterheizen.

Wichtig: Nicht Fenster dauerhaft kippen! Das verschwendet nur Heizenergie, ohne effektiv zu lüften.

 

Besteht Schimmelgefahr trotz Bautrocknung?

Ja, Schimmel kann trotz laufender Bautrocknung entstehen, wenn falsch gelüftet wird, die Räume zu kühl bleiben oder die Trocknung zu früh abgebrochen wird. Entscheidend sind ein durchdachtes Trocknungskonzept, passende Temperaturen und eine kontrollierte Entfeuchtung.

Worauf Sie achten sollten:

  • Schimmelgefahr besteht vor allem, wenn die relative Luftfeuchte über längere Zeit hoch bleibt (z. B. über 70%) und kalte Bauteile vorhanden sind, an denen Feuchtigkeit kondensiert.
  • Falsches Lüften (z. B. dauerhaft gekippte Fenster, feuchte Außenluft im Sommer) oder das Abschalten von Geräten über Nacht begünstigen Feuchtestaus.
  • Sichtbare Anzeichen sind dunkle Flecken, Verfärbungen, muffiger Geruch oder Kondenswasser an Fenstern und kalten Wänden. Versteckter Schimmel kann sich hinter Verkleidungen, Sockelleisten oder Dämmungen bilden.
  • Ein Fachmann (Bautrockner-Spezialist oder Schimmelsachverständiger) sollte hinzugezogen werden, wenn sich trotz Trocknung Flecken bilden, der Geruch sich verschlechtert oder Messwerte (Luftfeuchte/Materialfeuchte) länger stagnieren oder wieder ansteigen.

 

Wie messe ich die Materialfeuchte richtig?

Für Estrich: CM-Messung (Calciumcarbid-Methode)

  • Probe aus dem Estrich entnehmen (nicht nur Oberfläche!)
  • Mit CM-Gerät messen
  • Zielwert beachten (z.B. ≤ 2,0 % CM bei Zementestrich)

Für Wände: Materialfeuchtemessgerät

  • An mehreren Stellen messen (auch in Wandmitte)
  • Relative Werte vergleichen (Trocknung = sinkende Werte)

Wichtig:

  • Nicht nur nach Gefühl entscheiden!
  • Dokumentieren Sie die Messwerte
  • Alle 3-4 Tage kontrollieren

 

Was mache ich, wenn die Luftentfeuchter vereisen?

Ursache: Raumtemperatur ist zu niedrig (meist unter 10 °C).

Sofortmaßnahme:

  1. Gerät in den Abtau-Modus schalten (falls vorhanden) oder ausschalten
  2. Heizleistung erhöhen, bis Raumtemperatur konstant über 15 °C liegt
  3. Erst dann Entfeuchter wieder einschalten

Langfristige Lösung: Stärkeres Heizgerät einsetzen oder auf Adsorptionstrockner wechseln (arbeiten auch bei Kälte).

 

Wie erkenne ich, ob die Trocknung gut läuft?

Positive Anzeichen:

  • Temperatur bleibt konstant bei 18–20 °C
  • Luftfeuchtigkeit sinkt kontinuierlich
  • Kondensatmenge ist in den ersten Tagen hoch (z.B. 60–100 l/Tag bei 3 Geräten) und sinkt dann stetig
  • Materialfeuchte-Messungen zeigen sinkende Werte
  • Oberflächen fühlen sich zunehmend trockener an

Warnzeichen (Probleme):

  • Temperatur schwankt stark oder bleibt zu niedrig (unter 15 °C)
  • Luftfeuchtigkeit steigt wieder an oder stagniert über 70 %
  • Kondensatmenge sinkt nicht, obwohl mehrere Tage vergangen sind
  • Materialfeuchte stagniert oder steigt sogar
  • Kondenswasser an Fenstern oder kalten Wänden

Bei Warnzeichen: Geräte-Setup überprüfen, mehr Heizleistung oder zusätzliche Entfeuchter einsetzen, Luftzirkulation verbessern.

Hinweis: Ein Trocknungsprotokoll ist immer sehr sinnvoll.

 

Ab wann ist der Estrich belegreif?

Das hängt von der Estrichart und dem geplanten Bodenbelag ab:

Estrichart

Bodenbelag

Zielwert (CM-Messung)

Zementestrich

Keramik, Fliesen

≤ 2,0 % CM

Zementestrich

Parkett, Laminat

≤ 1,8 - 2,0 % CM

Zementestrich

Vinyl, PVC

≤ 1,8 % CM

Anhydritestrich

Keramik, Fliesen

≤ 0,5 % CM

Anhydritestrich   

Parkett, Laminat   

≤ 0,3 % CM


Wichtig:
Diese Werte sind Richtwerte. Beachten Sie immer die Herstellerangaben des Estrichs und des Bodenbelags!

Hinweis: Bei Fußbodenheizung ist ein Aufheiz- und Abkühlprotokoll zwingend einzuhalten und die Freigabe muss immer durch CM-Messung und gegebenenfalls durch den Fachbetrieb erfolgen.

 

Was muss ich bei Fußbodenheizung und Estrich beachten?

Kurzantwort:
Bei Estrich mit Fußbodenheizung sind ein korrekt durchgeführtes Aufheizprogramm, langsames Temperaturhochfahren und eine dokumentierte CM-Messung vor der Verlegung des Bodenbelags Pflicht. Nur so lassen sich Schäden wie Risse, Hohllagen oder Feuchteschäden am Belag vermeiden.

Wichtige Punkte in der Praxis:

  • Nach Einbau des Estrichs wird die Fußbodenheizung nach einem vom Heizungs- oder Estrichhersteller vorgegebenen Aufheiz- und Abkühlprotokoll betrieben. Die Vorlauftemperatur wird dabei in definierten Schritten erhöht, eine Zeit lang gehalten und anschließend wieder abgesenkt.
  • Das Aufheizprogramm darf nicht im Schnellgang durchgezogen werden, da sonst Spannungen und Risse im Estrich drohen.
  • Vor der Verlegung von Parkett, Vinyl, Teppich oder anderen Belägen muss die Restfeuchte des Estrichs per CM-Messung geprüft werden. Die zulässigen Grenzwerte hängen von Estrichart (Zement/Anhydrit) und Belagsart ab und ergeben sich aus den Herstellerangaben.

Die Ergebnisse der CM-Messung und das absolvierte Aufheizprotokoll sollten dokumentiert werden, da sie häufig Voraussetzung für Gewährleistung und Schadenregulierung sind.

 

Was tun, wenn die Luftfeuchtigkeit trotz laufender Heizgeräte und Luftentfeuchter nicht sinkt?

Wenn trotz Betrieb der Geräte kaum Fortschritte sichtbar sind, steckt fast immer einer dieser vier Punkte dahinter:

Mögliche Ursachen:

  • Raum ist zu kalt: Unter ca. 15 °C arbeiten Kondensationstrockner nur mit geringer Leistung.
  • Entfeuchtungsleistung zu niedrig: Zu wenige Geräte oder zu geringe Liter/Tag-Kapazität.
  • Kaum Luftzirkulation: Feuchte Luft bleibt in Ecken und an Oberflächen stehen.
  • Falscher Gerätetyp: Kondensationstrockner bei <10 °C oder Adsorption ohne Wärmeunterstützung.

Was hilft schnell:

  • Raumtemperatur auf 15–20 °C anheben (Heizung verstärken oder weitere Wärmequellen einsetzen).
  • Zusätzliche Entfeuchter und/oder stärker dimensionierte Geräte verwenden.
  • Ventilatoren zur Luftbewegung einsetzen, besonders zu kalten Wand- und Bodenbereichen hin.
  • Bei sehr niedrigen Temperaturen auf Adsorptionstrockner umsteigen oder parallel heizen, um Kondensationstrockner effizienter zu machen.

 

Was sind die häufigsten Fehler bei der Bautrocknung?

Top 7 Fehler:

  1. Zu wenig Heizleistung: Raum wird nicht warm genug
  2. Zu wenig Entfeuchter: Trocknung dauert unnötig lange
  3. Keine Luftzirkulation: Ungleichmäßige Trocknung
  4. Zu frühes Abschalten: Restfeuchte bleibt
  5. Keine/zu seltene Lüftung: Feuchte Luft staut sich
  6. Falsche Geräte-Position: Blockierte Luftzirkulation
  7. Keine Messwertdokumentation: Fortschritt nicht erkennbar

Vermeiden Sie diese Fehler durch sorgfältige Planung und regelmäßige Kontrolle!

 

Wann sollte ich einen Profi hinzuziehen?

Profi-Hilfe empfehlenswert bei:

  • Großen Projekten (über 200 m² oder mehrere Geschosse)
  • Wasserschäden mit unklarem Ausmaß
  • Schimmelbefall (Gesundheitsgefahr!)
  • Denkmalgeschützten Gebäuden
  • Unklaren Messwerten (Trocknung läuft nicht wie erwartet)
  • Zeitkritischen Projekten (enge Termine für Folgegewerke)

Vorteil: Profis haben:

  • Erfahrung mit komplexen Situationen
  • Professionelle Messtechnik
  • Haftung bei Schäden
  • Dokumentation für Versicherung

 

Lohnt sich die Investition in Heizgerät und Luftentfeuchter zur Bautrocknung im Winter?

Ja, die Investition lohnt sich absolut. Die Kosten (Miete ca. 1–3 €/m³/Tag) amortisieren sich typischerweise innerhalb von 2–4 Wochen durch erhebliche Vorteile.

Wichtige Vorteile

  • Verkürzte Bauzeit:
    4–8 Wochen Zeitgewinn, da Trocknung um 50–70% schneller erfolgt als natürliche Wintertrocknung.

  • Planbare Termine:
    Konstante Bedingungen für Folgegewerke wie Fliesenlegen oder Streichen, ohne Witterungsverzögerungen.

  • Vermeidung von Folgeschäden:
    Schimmel oder Risse in Estrich/Putz (Kosten: 5.000–20.000 € pro Fall) werden zuverlässig verhindert.

  • Frühere Nutzung:
    Schnellere Fertigstellung steigert Mieteinnahmen oder Verkaufspreis um Tausende Euro pro Monat.

Ein professionelles Trocknungsprotokoll maximiert den ROI auf 200–500% und minimiert Risiken.